Praktikumsbericht von Sophia Kirsch

Das Maximilianeum ist schon ein geschichtsträchtiges Haus. Ursprünglich erbaut vom „Bürgerkönig“ Maximilian dem Zweiten, beabsichtigt als Bildungsstätte, ist es heute ein Zentrum demokratischen Treibens. Selbst wenn der Baustil vielleicht etwas kitschig daherkommt – vielleicht aber auch genau deswegen – bin ich während meines dreimonatigen Praktikums bei Tim immer mit der Tram, statt der U-Bahn, zum Landtag gefahren.

Im Landtagsbüro habe ich mich als Praktikantin stets wohl und ernstgenommen gefühlt. Mir wurden arbeitsrelevante Aufgaben wie die tägliche Erstellung eines Pressespiegels, Recherchearbeiten, Terminbegleitungen etc. übertragen. In Sitzungswochen habe ich mich zwischendrin gerne ins Plenum gesetzt, und den Diskussionen beigewohnt. Je nach Thema oder Redner war das entweder unterhaltsam, informativ oder aufrüttelnd. Auch im Haushaltsausschuss saß ich gerne. Die Geschwindigkeit, in der hier komplexe Themen verhandelt werden, ist beeindruckend. Die Fraktionssitzungen waren für mich aber am angenehmsten. Ich habe die Arbeit in der Fraktion untereinander als produktiv und konstruktiv empfunden.

Am besten hat mir aber der Ortstermin im Wahlkreis (um) Bayreuth gefallen. Gemeinsam haben wir uns ein Positivbeispiel eines Geflüchtetenheims angesehen, und mit Ehrenamtlichen und Anwohnern gesprochen. Solche Einblicke hat man nicht oft, der Besuch hat einen fühlbaren Eindruck auf mich gemacht. Für einen Politiker sind diese Erfahrungen wichtig, weil es ihn zum Handeln ermutigt.

Ich wollte gezielt in Tims Büro mein Praktikum machen, da mir seine Arbeit inhaltlich zusagt. Er kümmert sich um Themen, die wenig diskutiert werden. Der Bekämpfung von Finanzkriminalität beispielsweise, wird immer noch viel zu lasch nachgegangen. Hier verliert die Gesellschaft Steuergelder, die sie in andere, notwendige Bereiche stecken könnte. Auch in Bereiche, die mich interessieren, wie Bildung. Grundsätzlich habe ich Tim als eine standhafte Person mit einem festen moralischen Kompass empfunden. Als Politiker braucht man das auch, als Grüner in Bayern wahrscheinlich erst recht.

Denn Grün in Bayern zu sein ist wichtig. Es heißt oft, man würde doch nur Anträge für die Schublade schreiben. Ich denke aber das stimmt nicht: Selbst wenn sich Regierungsparteien wenig sagen lassen, machen grüne Positionen auch in anderen Kreisen die Runde – und auf diese Weise durchaus einen Einfluss. Meiner Sicht nach ein notwendiger Einfluss, wenn wir uns in eine klimaneutrale und sozialgerechte Zukunft bewegen wollen.

Durch mein Praktikum habe ich einen persönlichen Bezug zur Landespolitik bekommen. Wenn ich in Zukunft eine Meldung sehe, werde ich mich bestimmt fragen, in welchem Ausschuss das diskutiert wurde. Obendrein sind die dazugehörigen Drucksachen mir jetzt ein leichtes zu recherchieren. Das macht politische Entscheidungen für mich greifbarer und hat mich weiter politisiert. Gleichzeitig bestärkt es meinen Mut, eine Meinung zu haben.

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