Gesunde Ernährung, sanfter Tourismus und eine sinnvolle Unterstützung der regionalen Strukturen. Eine Kombination mit Perspektive für Oberfranken und andere ländlich geprägte Regionen im Freistaat.
Zusammen mit unserem Fraktionsvorsitzenden Ludwig Hartmann, unserer Bayreuther Bundestagskandidatin Susanne Bauer und jeder Menge Unterstützung der Grünen vor Ort, habe ich mir letzten Freitag ein Bild davon gemacht, wie diese Kombination im Netzwerk der Naturparkhöfe Fränkische Schweiz erfolgreich umgesetzt wird.
Morgens ging’s los auf dem Obsthof Kormann in Ebermannstadt. Seit 70 Jahren werden hier im Familienbetrieb Obstbrände auf höchstem Niveau hergestellt, für den alkoholfreien Genuss wird das Angebot mit 10 verschiedenen sortenreinen Apfelsäften, Fruchtessigen, Kräutersalzen und vielem mehr angereichert und auch direkt im hauseigenen Hofladen vermarktet. Die Zeit des Lockdowns wurde zudem genutzt, um für Besucher einen Erlebnispfad rund um die Streuobstwiese anzulegen. Mit der Mischung aus qualitativ hochwertigen Produkten, lokaler Vermarktung und einem attraktiven Angebot für Tages- und Wochengäste bedienen die Kormanns eine Nische, die den Zwang zu immer mehr Wachstum und Dumpingpreisen überwindet.
Nach einem Zwischenstopp bei Georg Distler, einem der letzten Wanderschäfer Bayerns und seinen 500 Schafen und Ziegen, wird’s auch auf der letzten Station noch einmal tierisch: Auf dem Biohof Beyer in Engelhardsberg werden die berühmten japanischen Wagyu-Rinder nach bio-Kriterien gehalten und zusammen mit selbstgebackenem Brot und heimischem Gemüse (auch als Alternative zum Fleischpatty) in der eigenen Grillhütte als Burger angeboten. Das Konzept zieht – immer häufiger kommen auch Gäste von außerhalb um die Spezialität zu genießen. Verstehe ich bei den leckeren Burgern vollkommen!
Die Entwicklung unserer ländlichen Regionen befindet sich an einem Scheideweg. Die kleinen und mittelgroßen Landwirt*innen, aber auch die Kommunen im ländlichen Raum stehen heute vor Herausforderungen, die viel zu lange ignoriert wurden. Mein Besuch in der Fränkischen Schweiz hat aber auch gezeigt: Mit klugen Ideen, einer zukunftsorientierten, nachhaltigen Herangehensweise und starken, lokalen Netzwerken können wir diese Herausforderungen meistern und den ländlichen Raum langfristig sichern und stärken. Unsere Aufgabe als Politiker ist es, diesen Innovationsgeist gezielt zu fördern und Rahmenbedingungen zu schaffen, die es vielen ermöglichen, den Weg mitzugehen.
Mit Ludwigs Konzept der „Naturerlebnisdörfer“ hätten wir da direkt schon einen Vorschlag in Petto.
Bildergalerie der Hofbesuche