Unsere Schriftliche Anfrage „Mobilfunk-, Glasfaser- und Breitbandversorgung in Oberfranken” vom 12.06.2026 und die Antwort des Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat findet ihr hier!
Antwort des Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat im Einvernehmen mit dem Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, dem Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr und dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus vom 08.07.2026
1.a) Wie hoch ist die flächenbezogene Versorgung mit 2G, 4G/LTE und 5G in Oberfranken im Vergleich mit den übrigen Regierungsbezirken?
Die Flächenversorgung in Oberfranken mit 2G beträgt 99,96 Prozent. Die Versorgung in der Fläche mit 4G beträgt 98,86 Prozent. 98,13 Prozent der Fläche Oberfrankens sind mit 5G versorgt. Oberfranken belegt hier jeweils Platz 2 im Vergleich mit den übrigen Regierungsbezirken (Quelle: Gigabitgrundbuch, Stand Dezember 2025).
1.b) Wie hoch ist die bevölkerungsbezogene Versorgung mit 2G, 4G/LTE und 5G in Oberfranken im Vergleich mit den übrigen Regierungsbezirken?
100 Prozent der Haushalte in Oberfranken sind mit 2G versorgt. Hierbei belegt Oberfranken gemeinsam mit Oberbayern, Mittelfranken und Unterfranken den ersten Platz (alle anderen 99,99 Prozent). Die Versorgung mit 4G beträgt 99,89 Prozent (Platz 2) und die mit 5G 99,72 Prozent (Platz 1 gemeinsam mit Mittelfranken; Quelle: Gigabitgrundbuch, Stand Dezember 2025).
1.c) Wie hat sich die Zahl der sogenannten Funklöcher bzw. „weißen Flecken” in Oberfranken seit 2020 im Vergleich zu den übrigen Regierungsbezirken entwickelt?
Es liegen nur Daten bis April 2024 vor. Zu diesem Zeitpunkt waren 1,28 Prozent der Fläche Oberfrankens weiße Flecken (kein 4G oder besser). Im Dezember 2025 betrug der Anteil 0,79 Prozent der Fläche. Die Anzahl der weißen Flecken ist in diesem Zeitraum um 0,49 Prozentpunkte gefallen. Dies ist der viertgrößte Rückgang im Vergleich mit anderen Regierungsbezirken im selben Zeitraum. Stand Dezember 2025 ist Oberfranken der Regierungsbezirk mit den zweitwenigsten weißen Flecken in Bayern (Quelle: Gigabitgrundbuch, Stand April 2024 und Dezember 2025).
2.a) Wie viele Haushalte in Oberfranken gelten aktuell nach Definition der Bundesnetzagentur als unterversorgt (15,0 Mbit/s im Download, 5,0 Mbit/s im Upload, max. 150 Millisekunden Reaktionszeit [Latenz]; bitte nach Landkreisen und kreisfreien Städten aufschlüsseln)?
2.b) Wie stellt sich die Entwicklung der Unterversorgung in Oberfranken im Vergleich zu den übrigen bayerischen Regierungsbezirken dar?
Die Fragen 2 a und 2 b werden im Zusammenhang beantwortet.
Der Staatsregierung sind aktuell keine Fälle von Unterversorgung im Freistaat bekannt.
3.a) Wie hoch ist die Quote der Haushalte in Oberfranken mit einer verfügbaren Internetgeschwindigkeit von mindestens 30 Mbit/s (bitte nach Landkreisen aufschlüsseln)?
3.b) Wie viele der Haushalte in Oberfranken sind mit einer verfügbaren Internetgeschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s ausgestattet (bitte nach Landkreisen aufschlüsseln)?
3.c) Wie viele der Haushalte in Oberfranken sind mit einer verfügbaren Internetgeschwindigkeit von mindestens 1 Gbit/s ausgestattet (bitte nach Landkreisen aufschlüsseln)?
4.a) Wie hoch ist der Anteil an FTTB-Anschlüssen (FTTB = Fiber-to-the-Building/Glasfaser bis zum Gebäude) in Oberfranken im Vergleich zu den übrigen bayerischen Regierungsbezirken (bitte nach Landkreisen und kreisfreien Städten aufschlüsseln)?
7.b) Wie hoch ist der Anteil gigabitfähiger Anschlüsse bei Privathaushalten und Gewerbeeinheiten in Oberfranken?
7.c) Wie stellt sich die Versorgung öffentlicher Einrichtungen, Gewerbeeinheiten und Privathaushalte in Oberfranken im Vergleich zu den übrigen Regierungsbezirken dar?
Die Fragen 3 a bis 4 a, 7 b und 7 c werden im Zusammenhang beantwortet.
Die nach Landkreisen aufgeschlüsselten Breitbandversorgungsquoten der Haushalte und Gewerbeeinheiten in Deutschland können den Berichten des Bundes zum Gigabitgrundbuch (gigabitgrundbuch.bund.de) entnommen werden. Eine Versorgungsquote für die Regierungsbezirke weist der Bund nicht aus.
4.b) Wie hoch ist der Anteil tatsächlich genutzter FTTB-Anschlüsse in Oberfranken (bitte nach Landkreisen und kreisfreien Städten aufschlüsseln)?
Der Staatsregierung liegen keine Daten über aktivierte FTTB-Anschlüsse (FTTB = Fiber-to-the-Building/Glasfaser bis zum Gebäude) in Oberfranken vor.
Das Bayerische Breitbandzentrum schreibt jeweils am Ende eines geförderten Ausbaus (Bayerische Gigabitrichtlinie und Bayerische Kofinanzierungs-Gigabitrichtlinie 2.0) alle Netzbetreiber an und befragt diese u. a. zur Take-up-Rate sowohl in geförderten als auch in nicht geförderten Gebieten. Hierbei wird eine Take-up-Rate in Bayern von 42 Prozent in geförderten Gemeinden und 33 Prozent in nicht geförderten Gemeinden erfasst. Da die Rückmeldung jedoch freiwillig ist, liegt die Antwortquote nur bei rund 50 Prozent, weswegen die erhobenen Zahlen lediglich eine Orientierung geben können.
5.a) Wie haben sich die Förderanträge, Bewilligungen, Fördersummen und Auszahlungen im Rahmen der Bayerischen Gigabitrichtlinie seit Start des Programms 2020 bis zum Ende des Programms 2025 entwickelt (bitte aufgeschlüsselt in Tabellenform nach Halbjahren und Regierungsbezirken)?
Förderanträge gehen teils unvollständig bei der Bewilligungsstelle ein und müssen vom Antragsteller nochmals überarbeitet werden, bevor mit der Antragsbearbeitung begonnen werden kann. Bei der Darstellung der Förderanträge wurde daher das Datum des vollständigen Antragseingangs für die Auswertung herangezogen. Bei Anträgen, die später nochmals geändert wurden, wurde der vollständige Eingang des ursprünglichen Antrags für die Auswertung herangezogen.
Förderanträge nach Bayerischer Gigabitrichtlinie (BayGibitR) einschließlich Gigabit-Pilotförderung
Bewilligungen BayGibitR einschließlich Gigabit-Pilotförderung


Bei Änderungsbescheiden wurde das Bewilligungsdatum des ersten Antrags für die Auswertung verwendet.
Fördersummen BayGibitR einschließlich Gigabit-Pilotförderung (in Euro)

Bei Änderungsbescheiden wurde die letzte verbeschiedene Fördersumme für die Auswertung verwendet.
Auszahlungen BayGibitR einschließlich Gigabit-Pilotförderung (in Euro, ohne Startgeld Netz)

5.b) Wie haben sich Förderanträge und Fördersummen im Rahmen der Bayerischen Gigabitrichtlinie seit 2020 bis zum Ende des Programms 2025 entwickelt, aufgeschlüsselt nach den Gebietskategorien „allgemeiner ländlicher Raum”, „ländlicher Raum mit Verdichtungsansätzen” und „Verdichtungsraum” (bitte in Tabellenform angeben)?
Die Förderanträge und Fördersummen teilen sich wie folgt auf:
Förderanträge BayGibitR einschließlich Gigabit-Pilotförderung

Fördersummen BayGibitR einschließlich Gigabit-Pilotförderung (in Euro)

5.c) Wie verteilen sich seit der Novellierung der Bayerischen Gigabitrichtlinie im Jahr 2023 die Förderanträge, Bewilligungen, Fördersummen und Auszahlungen auf die Fördermodelle „Wirtschaftlichkeitslücke” und „Betreibermodell” (bitte nach Jahren und Regierungsbezirken tabellarisch aufschlüsseln)?
Die Bayerische Gigabitrichtlinie hat keine Novellierung erfahren. Vielmehr fand im Jahr 2023 ein Spurwechsel hin zum Breitbandförderprogramm des Bundes mit bayerischer Kofinanzierung statt, neue Verfahrenseinstiege wurden nur noch in bestimmten Fällen zugelassen.
Im Folgenden werden die Förderanträge, Bewilligungen, Fördersummen und Auszahlungen für die Betreibermodelle dargestellt. Die entsprechenden Zahlen für die Wirtschaftlichkeitslückenmodelle ergeben sich aus der Differenz zu den Tabellen unter Frage 5 a.

6.a) In welcher Höhe wurden Bundesmittel im Rahmen der seit 2023 bestehenden Kofinanzierung sowie Mittel des Freistaates und der Kommunen im Rahmen der Breitband- und Gigabitförderprogramme seit 2014 in den Ausbau digitaler Infrastruktur in Oberfranken investiert?
6.b) Wie stellt sich die Höhe dieser Investitionen im Vergleich zu den übrigen bayerischen Regierungsbezirken dar (bitte nach Regierungsbezirk aufschlüsseln)?
Die Fragen 6 a und 6 b werden im Zusammenhang beantwortet.
Nach Kenntnis der Staatsregierung hat der Bund in dem seit 2023 bestehenden Bundesförderprogramm für dunkelgraue Flecken folgende Fördermittel vorläufig (auf Basis von Kostenschätzungen) zugesagt:
6.c) Welche weiteren Fördermaßnahmen, Investitionen und Mittel aus dem Vier-Säulen-Zuschuss für den Breitband- und Glasfaserausbau sind in Oberfranken bis einschließlich 2027 geplant?
Aus den Mitteln des gesetzlichen Vier-Säulen-Zuschusses zur schulischen IT-Infrastruktur erfolgt keine Förderung von Investitionen für den Breitband- und Glasfaserausbau.
7.a) Wie sind Schulen und öffentliche Gebäude in Oberfranken hinsichtlich gigabitfähiger Anschlüsse ausgestattet?
98 Prozent der öffentlichen Schulen in Oberfranken sind gigabitfähig versorgt. Daten zur Versorgungslage öffentlicher Gebäude liegen nicht vor.
8.a) Wie hoch ist der Anteil der Fahrgäste im bayerischen Schienenpersonennahverkehr, die aktuell kostenloses WLAN nutzen können?
Stand Juni 2026 können ca. 75 Prozent der Fahrgäste im bayerischen Schienenpersonennahverkehr kostenloses WLAN nutzen.
8.b) Wie viele Busse und Bahnen des öffentlichen Personennahverkehrs in Oberfranken verfügen über WLAN (bitte absolut und prozentual angeben)?
Von den in Oberfranken im Schienenpersonennahverkehr eingesetzten 322 Fahrzeugen verfügen 271 und damit 84 Prozent über kostenlosen WLAN-Zugang für die Fahrgäste. Zum Ausstattungsgrad der ÖPNV-Linienbusse in Oberfranken liegen der Staatsregierung keine flächendeckenden Daten vor. Es ist lediglich bekannt, dass 140 Busse in Oberfranken mit BayernWLAN ausgestattet sind. Die Entscheidung über WLAN-Ausstattungen in Bussen liegt im Zuständigkeitsbereich der Landkreise und kreisfreien Städte als ÖPNV-Aufgabenträger.
8.c) Auf welchen Bahnstrecken in Oberfranken besteht keine Mobilfunkversorgung mit mindestens 4G/LTE (bitte unter Nennung des jeweils vorgesehenen Ausbauzeitplans)?
Im Regierungsbezirk Oberfranken sind 100 Prozent der Schienenwege mit mindestens 4G versorgt (Quelle: Gigabitgrundbuch, Stand Dezember 2025).