Schriftliche Anfrage: Zentrum für Medienkompetenz in der Frühpädagogik

Am 18.01.2021 befragten mein Kollege Johannes Becher und ich die Staatsregierung bezüglich des Zentrums für Medienkompetenz in der Frühpädagogik (ZMF). Unsere Fragen wurden am 09.04.2021 von dem Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales beantwortet:

Wir fragten die Staatsregierung:

1.a) Wie viele Stellen werden derzeit vom Freistaat für das Zentrum für Medienkompetenz in der Frühpädagogik (ZMF) finanziert?

Der Personalpool des Zentrums für Medienkompetenz in der Frühpädagogik (ZMF) umfasst derzeit fünf Stellen.

1.b) Aus welchem Grund wird die vakante Leitungsstelle derzeit nicht nachbesetzt?

2.c) Ist das ZMF aus Sicht der Staatsregierung personell und finanziell entsprechend dieser aktuellen und der zu erwartenden Aufgaben auskömmlich aufgestellt?

Die Leitungsstelle des ZMF ist derzeit kommissarisch besetzt. Eine höhere Personalausstattung insgesamt konnte noch nicht realisiert werden. Die dynamischen Entwicklungen im Bereich Digitalisierung und die zunehmende Forderung des Elementarbereichs nach mehr Unterstützung, Information und Qualifizierung im Bereich Medienbildung und Medienkompetenz erfordern es, handlungsfähig zu sein. Aus diesem Grund sind entsprechende organisatorische Schritte geplant, über die die Staatsregierung zu gegebener Zeit entscheiden wird.

1.c) Sind für das ZMF Stellenkürzungen vorgesehen?

Nein.

2.a) Welche Aufgaben soll das ZMF aus Sicht der Staatsregierung erfüllen?

2.b) Wie müssen sich die Aufgaben des ZMF mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft und damit auch der Frühpädagogik aus Sicht der Staatsregierung entwickeln?

3.b) Wie viele Fachkräfte möchte man über das ZMF perspektivisch erreichen, insbesondere in Anbetracht dessen, dass der Bedarf an Medienkompetenz in der Frühpädagogik stetig steigt?

3.c) Inwiefern werden Ressourcen geschaffen, damit die Entwicklung und Durchführung von E-Learning- und Blended-Learning-Angeboten, eine der Schwerpunktaufgaben des ZMF, weiter ausgebaut werden können?

Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie für die Kindertageseinrichtungen übernimmt das ZMF eine zentrale Rolle. Über die Online-Plattform des ZMF, die für E-Learning- und Blended-Learning-Formate genutzt werden soll und gleichzeitig vielfältige Informationen und Materialien rund um das Thema Medienbildung in der Frühpädagogik enthalten wird, werden perspektivisch alle bayerischen Kindertageseinrichtungen und Fachkräfte erreicht. Außerdem errichtet das ZMF in Amberg einen Lern- und Erprobungsraum, der von Fachkräften und Kita-Teams besucht werden kann. Der Lern- und Erprobungsraum, welcher vor Ort ausprobiert werden kann, wird mit verschiedenen Techniken, Tools und Equipments ausgestattet. Ferner sollen Fortbildungsangebote die Medienkompetenz der Fachkräfte stärken und Impulse für die eigene pädagogische Arbeit mit Kindern liefern. Zur Umsetzung der Aufgaben erhält das ZMF entsprechende finanzielle Mittel.

3.a) In welchen Bereichen werden Fachkräfte vom ZMF weitergebildet?

Das ZMF trägt dazu bei, pädagogische Fachkräfte in ihrer Medienkompetenz zu stärken. Im Rahmen von Blended-Learning-Kursen werden die Grundkenntnisse der Medienbildung vermittelt. Die Fachkräfte erhalten dabei die Möglichkeit, sich mit dem Thema Medien auf vielfältige Weise auseinanderzusetzen, Medien auszuprobieren, eigene Medienprojekte zu planen und sich mit Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit auseinanderzusetzen.

4. Erwartet die Staatsregierung negative Auswirkungen auf die Arbeit des ZMF, falls die fünf zusätzlichen Schließtage, die in der Kinderbildungsverordnung (AVBayKiBiG) für Weiterbildungen vorgesehen sind, gestrichen werden, wie es im Entwurf des Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales zur Änderung der AVBayKiBiG vom November 2020 vorgesehen ist?

Eine Streichung der fünf zusätzlichen Schließtage, die in § 26 Abs. 1 Satz 4 Kinderbildungsverordnung (AVBayKiBiG) für Weiterbildungen vorgesehen sind, ist derzeit nicht geplant.

5.a) Soll das ZMF dauerhaft in den aktuellen Räumlichkeiten bleiben?

Die Staatsregierung würde eine dauerhafte Unterbringung in der jetzigen Immobilie begrüßen.

5.b) Kann das ZMF dauerhaft am Standort Amberg bleiben?

Ja.

5.c) Ist im Zuge der dringend notwendigen Stellenerweiterung aus Sicht der Staatsregierung ein räumlicher Wechsel möglich?

Nein. In den aktuellen Räumlichkeiten sind ausreichende Expansionsmöglichkeiten vorhanden.

6.a) Welche Fördermittel gibt es zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur und Ausstattung mit digitalen Endgeräten für die Kitas?

6.b) Welche zusätzlichen Fördermaßnahmen sind für die Zukunft in diesem Bereich geplant?

Die Erfahrungen aus dem Modellversuch „Medienkompetenz in der Frühpädagogik stärken“ haben deutlich gezeigt, dass eine Ausstattung mit digitalen Endgeräten alle in nicht zielführend ist. Vielmehr bedarf es der Qualifizierung und engmaschigen Begleitung der Fachkräfte vor Ort, um die Medienkompetenz zu stärken und gemeinsam Ideen und Impulse für die sinnvolle Mediennutzung im Kita-Alltag zu erarbeiten. Aus diesem Grund setzt die Staatsregierung mit der Digitalisierungsstrategie für die Kindertageseinrichtungen vorrangig auf den Einsatz von qualifizierten Coaches und die Entwicklung vielfältiger, passgenauer Qualifizierungsformate. Die Digitalisierungsstrategie ist als Fortbildungskampagne angelegt und soll – vorbehaltlich der verfügbaren Haushaltsmittel – bis zum Jahr 2026 dauern, um alle Kindertageseinrichtungen in Bayern zu erreichen. Für eine flächendeckende Ausstattung aller Kindertageseinrichtungen mit entsprechender Hard- und Software bedarf es eines Digitalpakts auf Bundesebene, analog der Situation im Schulbereich.