Der Landtagsabgeordnete Tim Pargent besucht zusammen mit Landrat Peter Berek das Steinzentrum in Wunsiedel und informiert sich über das bemerkenswerte Ausbildungsspektrum sowie das identitätsstiftende Moment des Fichtelgebirges. Auch das mittelständische Traditionsunternehmen Vates gibt dem Abgeordneten einen Einblick in die Verarbeitung des natürlichen Werkstoffs.
Wer an den viel diskutierten Fachkräftemangel im Handwerk denkt, hat zunächst womöglich Branchen im Zusammenhang mit dem alltäglichen Bedarf vor Augen: Bäckerei, Metzgerei, Elektroinstallation, Haustechnik. Doch auch die Natursteinbearbeitung ist von der aktuellen Situation betroffen. „Mich interessiert, wie die Branche den Fachkräftemangel bekämpft“, erläutert Tim Pargent (MdL). „Da ich den Naturstein als identitätsstiftend für die Region erachte.“
Sein Besuch führte ihn zunächst ins Steinzentrum Wunsiedel, wo er von Landrat Peter Berek, Schulleiter Dr. Bernhard Nitsche sowie Außenstellenleiter Jürgen Wunderlich und Carolin Pfeuffer, Leiterin des EFBZ (Europäisches Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk) herzlich begrüßt wurde. „Unsere Steinfachschule ist eine der ältesten und seit Generationen etabliert. Denn die Steinbearbeitung gehört zu unserer Region wie das Porzellan“, erklärt Peter Berek. „Wir möchten das Steinzentrum weiterentwickeln, um auch in Zukunft ein attraktiver Standort in der Bildungslandschaft zu sein.“ Dr. Bernhard Nitsche erläuterte dem Abgeordneten sowohl die weitreichende historische Entwicklung und Schulstruktur, als auch die Herausforderungen des Schulzentrums.
Im Anschluss konnte sich Pargent bei einer Führung durch das Steinzentrum selbst ein Bild der vielfältigen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten machen – von der klassischen Ausbildung in der Berufsfachschule über das Europäisches Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk bis hin zum Deutschen Natursteinarchiv, welches weltweit einmalig ist. „Diese Verbindung sowie die strukturelle Zugehörigkeit der Berufsfachschule für Produktdesign und Prüftechnik in Selb und der Fachschule für Steintechnik und Gestaltung in Wunsiedel erzeugt vielfache Synergieeffekte“, berichtet Dr. Bernhard Nitsche.
Der Landtagsabgeordnete war beeindruckt von der Bandbreite des Bildungsangebotes, das Wunsiedel zu einem attraktiven Bildungsstandort bayern- aber auch bundesweit macht. Hinzu kommt das seit diesem Schuljahr neue Angebot am EFBZ: „Wir bieten mit dem Restaurator Master Professional Restaurierung nun einen Abschluss, der einem Master gleichgestellt ist“, so Carolin Pfeuffer, Leiterin des EFBZ. Rahmenlehrpläne zur Vorbereitung auf die Prüfung seien in Wunsiedel mitentwickelt worden. „Das bietet eine Perspektive für junge, leistungsstarke Leute“, findet Pargent.

Carolin Pfeuffer (Leiterin des Europäischen Fortbildungs- und Kompetenzzentrums für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk), German Schlaug (Grün-Bunte Stadtratsfraktion), Tim Pargent (MdL), Landrat Peter Berek, Stefan Pommerenke (Geschäftsführer EFBZ), Jürgen Wunderlich (Außenstellenleiter Staatliche Fachschule für Steintechnik und Gestaltung), Laura Köhler (Auszubildende Landratsamt Wunsiedel)
Anschließend stand das Granitwerk Vates für den Landtagsabgeordneten und Wilfried Kukla, Kreis- und Stadtrat der Grünen Fichtelgebirge, auf dem Programm. Betriebsleiter Peter Wunderlich betonte die Bedeutung der Fachkräfteausbildung für die Region sowie des Steinzentrums für die Fachkräftegewinnung. „Auch bei uns bestehen die Herausforderung in den Sorgen um Nachwuchs und die schwierige Situation auf dem Energiemarkt“, erläutert der Standortleiter. Tim Pargent versicherte, sich dafür einzusetzen, dass die geplanten Energiepreisbremsen beim Mittelstand ankommen werden.
