Im September 2019 hat mich Louisa als Praktikantin für vier Wochen in Oberfranken und im Landtag unterstützt (unter anderem dabei, mein Instagram ordentlich aufzumöbeln). Wie es ihr gefallen hat, sagt sie euch am besten selbst:
Was war für Dich das spannendste Erlebnis während deiner Arbeit im Regionalbüro?
Da gab es einige. Vor allem Tim auf Termine zu begleiten, war sehr lehrreich und unterhaltsam. Bei der oberfränkischen Firma „Bionero“ habe ich einiges über die Wiederverwertung von Abfallprodukten gelernt. Ich war begeistert, dass es so viele neue Ideen rund ums Thema „ökologische Nachhaltigkeit“ gibt. Beim Besuch im Senioren Verein „SiSo Netz Weidenberg“ habe ich viele Bayreuther aus der Generation noch vor meinen Großeltern – in gemütlicher Runde – kennen lernen dürfen und gelernt, welche Probleme die ältesten Generationen vorantreibt. Auch ein Highlight war der Besuch im Fichtelgebirge. Es war schön, dass der Ort, an dem ich als fünfjährige schon Ski gefahren bin, jetzt so viele Ideen für einen nachhaltigen Tourismus aufgreift und welche Projekte in der Zukunft geplant sind. Dabei habe ich aber auch viele Grüne Politiker aus der Region kennen lernen dürfen und viel über deren Arbeit im ländlichen Bereich erfahren.
Was konntest du über die Arbeit von Tim und anderen Landtagsabgeordneten mitnehmen?
Vor dem Praktikum bei Tim habe ich auch schon ein Praktikum im Bundestag gemacht. Mein Respekt vor der Arbeit von Abgeordneten ist geblieben. Die meisten Leute haben viele Vorurteile gegenüber der Arbeit von Politikern. Dabei haben Abgeordnete wie Tim und auch ihre Mitarbeiter wirklich viel zu tun. Tim hat keine fünf-Tage-Woche, sein Terminkalender ist von früh bis spät vollgepackt und am Wochenende stehen auch nochmal Termine in der Region an. Viel Zeit für Hobbies und Privatleben bleibt da nicht. Ich habe von Tim besonders lernen können, dass man bei einer Runde „Schafkopf“ selbst „Nicht-Sympathisanten“ der Grünen als nette Bekannte gewinnen kann. Außerdem war ich begeistert wie verantwortungsbewusst und bis ins kleinste Detail korrekt Tim seinen Beruf ausführt. Dabei legt er mit seiner Art immer wieder beeindruckende und seriöse Auftritte an den Tag. Wenn man für solche Politiker*innen arbeiten kann, macht es gleich doppelt Spaß. Beeindruckt war ich auch, wie Tim und sein Team das alles managen. Sein ältester Mitarbeiter ist gerade 30 geworden und trotzdem bekommen sie alles mindestens genauso gut hin wie die älteren Politiker*innen, die ich kenne. Das hat mich ermutigt, dass auch junge Leute in der Politik viel erreichen können.
Wie läuft die Arbeit von Referent*innen ab und wie war es für dich einen eigenen Schreibtisch im Büro zu haben?
Ich war richtig begeistert, wie viel mir von Anfang an zugetraut wurde. Das Gefühl „nur die Praktikantin“ zu sein hatte ich nie. Ich bekam Tims Schreibtisch, hatte meinen eigenen Laptop, meine eigene Mail und bekam genau wie Tims Referent Lukas meine Aufgaben, die ich eigenständig abarbeiten durfte. Die erste Woche wurde ich richtig nett eingeführt, konnte durch meine nette, geduldige Einweisung ziemlich schnell verstehen, was Tim gut und nicht so gut findet und war durch die nette Unterstützung von Tims Mitarbeiter richtig schnell drin. Negative Kritik gab es kaum, meist immer ein „nice“, „passt so“, oder „so machen wir das“. Ich wurde in sämtliche Bereiche aufgenommen, durfte Tims Soziale Netzwerke mit verwalten und Presseberichte schreiben. Auch die Presseschau durfte ich mit vorbereiten und ganz viele Mails schreiben sowie Telefonate und Bürgergespräche führen. Für Tims Termine, auf die ich ihn begleiten durfte, hab ich alle Recherche Arbeiten mit machen dürfen und viele Anträge im Landtag bearbeitet. Es war spannend, zu sehen, welche Partei wie viele Anträge stellt. Für einen Auftritt im Netz von Tim durfte ich die Organisation und Werbung übernehmen. Für Januar habe ich komplett allein einen Infoabend planen dürfen, der mit Katharina Schulze als Gast auch jetzt sicher stattfinden wird. Früh durfte ich mit Tims Mitarbeiter immer die Zeitungen lesen und zusammenfassen, also die Presseschau gestalten. Beim Handelsblatt habe ich einiges über Wirtschaft und Finanzen lernen können. Ich habe auch lernen können, wie gut Outlook für Terminplanung funktioniert und an Telefonkonferenzen teilnehmen dürfen. Eines meiner Hauptprojekte war es, mit Tim eine „Social Media Instagram Woche“ zu planen, in der er seine „Follower*innen“ unter dem Hashtag #timfortransparency eine Woche online zu seiner Arbeit mitnimmt. Ich war schon allein bei dem großen Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde, überwältigt und die Arbeit war in einer unheimlich guten, freundschaftlichen Atmosphäre. Ich wurde ständig ermuntert Fragen zu stellen und hab sehr viel über die Abläufe und Funktionen lernen können. Ich bin an der Uni eigentlich sehr zufrieden, habe aber nach diesem großartigen Praktikum entschieden, nach meinem Abschluss Ende 2020 erst mal zu arbeiten, bevor ich mit dem Studieren noch weiter mache.
Ist es für dich in Zukunft vorstellbar so einen Job auszuführen?
Ja! Politik ist mein größtes Hobby. Das als Beruf zu haben wäre genial. Egal ob Politikerin, Referentin oder wissenschaftliche Mitarbeiterin, Politik ist unheimlich spannend und vielfältig. Etwas Respekt vor der Arbeitsbelastung habe ich allerdings schon. Ich denke es muss schon richtig Spaß machen, dass man das auf Dauer durchhält. Zurzeit studiere ich Doppelbachelor Soziologie und Geschichte und komme nun ins vierte Semester. Das Praktikum hat mir nochmal gezeigt, dass ich mich weiterhin auf Umweltpolitik und politische Soziologie konzentrieren kann. Jetzt freue ich mich aber erst mal auf meinen anstehenden Besuch im Landtag und den kommenden Wahlkampf.
Wie fandest du es, im Landtag dabei zu sein?
Es war sehr spannend. Ich hatte den Vergleich zum Bundestag und zum Stadtrat und war begeistert für welche Themen sich die Grünen zurzeit stark machen. Von Gelderhöhung für Lehrer*innen der Grundschulen und Sonderschulen, über Wirtschaft, bis hin zu Gesundheitspolitik und Personalaufstockung in den Krankenhäusern. Man konnte sehen, dass die Grünen neben Umwelt auch viele soziale und wirtschaftliche Themen angehen. Etwas entsetzt war ich bei dem Haushaltsausschuss. Die Freien Wähler haben keine Chance ausgelassen, sich über die Stimmverluste der SPD lustig zu machen. Das fand ich sehr unprofessionell. Inspiriert hat mich, wie locker Tim mit den viel älteren Politiker*innen mithalten konnte.
Würdest du dein Praktikum weiterempfehlen?
Klar! Ich habe sehr viel gelernt, von Abläufen innerhalb des Landtags, bis hin zu sämtlichen Aufgaben der Angestellen und Abgeordneten. Wenn Ihr Politik spannend findet und hinter die Kulissen schauen wollt, solltet ihr das nicht verpassen. Dazu kann man einfach eine Bewerbung an Tims Büro senden und die Sache läuft.
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