Energiewende zum Anfassen: Tim auf Tour auf dem Wunsiedler Weg

Die Teilnehmenden erkunden bei „Tim auf Tour“ das Future Energy Lab, das geplante Wärmenetz und das Satellitenkraftwerk Schönbrunn. 

Wie kann die Energiewende vor Ort gelingen? Antworten darauf suchte der Landtagsabgeordnete Tim Pargent am 30. Oktober gemeinsam mit interessiertem Bürger*innen bei einer herbstlichen Wanderung im Fichtelgebirge durch Wunsiedel und Schönbrunn. Die Veranstaltung führte vom Future Energy Lab über die Wunsiedler Innenstadt bis zum Satellitenkraftwerk Schönbrunn. Zum Abschluss kehrte die Gruppe im Bräustüberl ein. 

Am Future Energy Lab begrüßte Jürgen Kromer, Klimaschutzmanager des Landkreises Wunsiedel i.F. und Projektleiter des Energieparks Hochfranken, die Gruppe. Prof. Dr.-Ing. Dieter Brüggemann stellte anschließend die Arbeit des Labs vor. Dort ging es darum, erneuerbare Energie möglichst umfassend zu nutzen: Nicht nur die Stromerzeugung zählt, sondern auch die Frage, wie sich Abwärme weiterverwenden lässt – etwa zum Trocknen – und wie möglichst wenig Energie ungenutzt bleibt. Das Future Energy Lab betrachtet dabei nicht eine einzelne Technik, sondern das Zusammenspiel des gesamten Energiekonzepts. Es berät Unternehmen und Kommunen und arbeitet mit der Universität Bayreuth vor allem unter dem Aspekt der Forschung zusammen. Für Kommunen wird derzeit ein eigenes Beratungsschema entwickelt, das ihren unterschiedlichen Voraussetzungen gerecht werden soll.

Auf dem Weg in die Innenstadt standen die Energiegeschichte Wunsiedels und die nächsten Schritte des „Wunsiedler Wegs“ im Mittelpunkt. Jürgen Kromer und Frank Seibold, Abteilungsleiter Wärme bei den Stadtwerken Wunsiedel und der Zukunftsenergie Nordostbayern GmbH (ZENOB), erläuterten das geplante Nahwärmenetz sowie weitere Zukunftsprojekte, darunter E-WiRa. Der „Wunsiedler Weg“ verbindet verschiedene Bausteine der regionalen Energieversorgung – darunter Wind- und Solarstrom, Biomasse, Speicherung und die Nutzung von Abwärme. Das Nahwärmenetz soll schrittweise von Holenbrunn bis in den Stadtkern ausgebaut werden. So kann Energie möglichst vor Ort erzeugt, gespeichert und genutzt werden.  

Letzte Station war das Satellitenkraftwerk Schönbrunn. Das Kraftwerk zeigt, wie regionale Energieversorgung im Ortsteil funktioniert: Aus Pellets werden Strom und Wärme erzeugt; zusätzlich nutzt eine Photovoltaikanlage Sonnenenergie. Die Stadtwerke geben an, dass die Stromproduktion des Pelletvergasers den Gesamtbedarf des Ortsteils deckt. Über das Nahwärmenetz wird Wärme an angeschlossene Haushalte geliefert. Ein Wärmespeicher hilft dabei, die Versorgung flexibler zu gestalten. 

Abgerundet wurde die Tour mit einer Einkehr im Bräustüberl Schönbrunn und interessanten Gesprächen bei fränkischer Küche. 

Die Tour machte deutlich, wie viele Akteure und Technologien zusammenspielen müssen, damit die Energiewende vor Ort gelingt. Wunsiedel zeigt, dass regionale Energieerzeugung, Speicher, Wärmenetze und Beratung gemeinsam gedacht werden können – und dass sich aus guten Voraussetzungen konkrete Zukunftsprojekte entwickeln lassen.