Schriftliche Anfrage: Ausfälle oder Störungen der IT-Infrastruktur in der bayerischen Finanzverwaltung

Meine schriftliche Anfrage vom 18.12.2025 findet ihr zum Download hier!

 

Ausfälle oder Störungen der IT-Infrastruktur in der bayerischen Finanzverwaltung

Antwort der Staatskanzlei vom 29.01.2026

Vorbemerkung:
Aufgrund der Fragestellung wurde diese unter der Annahme beantwortet, dass mit „Finanzverwaltung“ die Finanzämter gemeint sind und sich die Anfrage auf die eigene
technische Infrastruktur, d. h. Hardware und Netzwerk des Landesamts für Steuern als IT-Dienstleister der Finanzämter bezieht.

1.1 Wie viele Ausfälle oder Störungen der IT-Infrastruktur mit einer Dauer von mehr als vier Stunden gab es in den letzten fünf Jahren in der
Finanzverwaltung in Bayern (bitte nach Jahr aufschlüsseln und die jeweilige Dauer angeben)?
1.2 Um welche Art von Störungen handelte es sich jeweils?
1.3 Welche Systeme waren von den jeweiligen Ausfällen oder Störungen
betroffen?
Die Fragen 1.1 bis 1.3 werden gemeinsam beantwortet.
Die Informationen zu den Fragen 1.1 bis 1.3 ergeben sich aus der beigefügten Anlage.
2.1 Welche messbaren Verzögerungen gab es bei der Bearbeitung von Steuererklärungen oder Steuerbescheiden aufgrund der unter Frage 1.1 benannten Ausfälle oder Störungen der IT-Infrastruktur (bitte nach Jahr aufschlüsseln)? Ausfall- oder störungsbedingte Verzögerungen bei der Bearbeitung von Steuererklärungen oder Steuerbescheiden sind nicht messbar.
2.2 Welche zusätzlichen Kosten (z. B. für externe IT-Dienstleister, Mehrarbeit, Verzugszinsen) sind in den vergangenen fünf Jahren aufgrund der unter Frage 1.1 benannten Ausfälle oder Störungen der IT-Infrastruktur entstanden (bitte nach Jahr aufschlüsseln)?
Neben den üblichen Kosten des Betriebes einer IT-Infrastruktur sind keine zusätzlichen Kosten ermittelbar. Die Störungsbeseitigung erfolgte durch internes Personal im Rahmen des Tagesgeschäfts – bei Bedarf unterstützt durch externe Dienstleister auf Basis bestehender Serviceverträge, welche für einen sicheren IT-Betrieb dem Grunde nach unverzichtbar sind. Einzelne konkrete Störungsereignisse waren nicht ursächlich für den Abschluss weiterer Verträge. Störungen, die nur Minuten oder Stunden dauern, führen nicht zu einem Verzugsschaden.
2.3 Welche konkreten Auswirkungen hatten die unter Frage 1.1 benannten Ausfälle oder Störungen der IT-Infrastruktur auf die Finanzverwaltung (z. B. verspätete Steuereinnahmen, Überstunden und sonstige orga- nisatorische Auswirkungen)?
Auch hier sind keine konkreten Auswirkungen messbar.
3.1 Was waren die Hauptursachen für die Ausfälle oder Störungen der IT-Infrastruktur? In den meisten Fällen lagen Netzwerkstörungen durch den Netzanbieter vor (vgl. Anlage).
3.2 Welche Maßnahmen hat die Staatsregierung bislang ergriffen, um künftige Ausfälle oder Störungen der IT-Infrastruktur zu verhindern?
3.3 Welche Pläne gibt es zur Modernisierung der IT-Systeme in der Finanzverwaltung (bitte Zeitplan mit angeben)?
Die Fragen 3.2 und 3.3 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Um den Anforderungen der fortschreitenden Digitalisierung langfristig zu entsprechen, wurden frühzeitig zwei zukunftsweisende Projekte für das Gebäude und das Datennetz des Landesamts für Steuern initiiert. Ziel ist es, Leistung und Sicherheit langfristig
zu erhöhen und den Betrieb besonders energieeffizient zu gestalten. Beide Projekte sind zeitlich so synchronisiert, dass mit dem Wechsel des Rechenzentrumsgebäudes gleichzeitig auf eine neue Netzwerkarchitektur umgestellt werden kann, um den gestiegenen Anforderungen an moderne Datennetze gerecht zu werden. Seit 2024 laufen Architektur-, Umzugs- und Projektplanungen. Im Jahr 2026 werden die Planungen finalisiert und erste Umsetzungsarbeiten begonnen. Die Umsetzung ist schwerpunktmäßig für die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen.